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Nachtwanderung

Hubert Katzmarz
Medusenblut 15, 135 Seiten, Pb, ISBN 3-935901-06-2
10,00 €

In den fünfzehn Erzählungen der NACHTWANDERUNG begibt sich der Leser auf eine Reise durch Raum und Zeit in eine phantastische Wirklichkeit hinter und neben unserer Welt. Es sind Geschichten von Menschen, die sich in Labyrinthen verlieren, deren Glück zu ihrem größten Unglück wird, die sich von sich selbst entfremden und in andere Biographien verstricken. Grenzen verwischen, wenn ein wohlsituierter Erfolgsautor zu einem mordlüsternen Ungeheuer mutiert oder der Besuch einer beschaulichen Kleinstadt zu einer existenzbedrohenden Erfahrung wird. Doch gelingt es dem Autor, selbst in den unheimlichsten Begebenheiten Komisches und Groteskes zu verstecken.

Hubert Katzmarz, geboren 1952 in Recklinghausen, aufgewachsen in Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen. Nach dem Abitur Beginn eines Lehramtsstudiums in Essen (Germanistik und Anglistik) und Kontakt zu dem Kommunikationswissenschaftler Prof. Gerold Ungeheuer, bei dem er ab 1976 im Institut für Kommunikationsforschung und Phonetik der Universität Bonn seine Studien fortsetzte. An seinem ausgeprägten Interesse für die Literatur, die für ihn stets ein Appell an ein Gegenüber gewesen ist, entzündete sich die Frage, auf welche Weise Kommunikation funktioniert und welchen Gesetzmäßigkeiten sie folgt.
Nach einer Studienunterbrechung durch den Zivildienst 1980/81 und dem überraschenden Tod seines Professors 1982 beschloß Hubert Katzmarz — wie er sein Alter Ego Bertram Kuzzath sagen läßt —, »Schicksal, Neigung und Begabung zu einem Band zu flechten und die Laufbahn eines Schriftstellers einzuschlagen«. Sein Anliegen, sich nunmehr stärker einer angewandten Form der Kommunikation — also der Literatur — zuzuwenden, bedeutete aber nicht nur, daß er wie schon seit jeher an seinen Erzählungen arbeitete, sondern mündete 1987 auch in der Gründung eines Kleinverlages. Er machte sich mit der Herausgabe deutscher Phantastik verdient, entdeckte und förderte junge Talente und räumte den Vertretern einer anspruchsvollen deutschen Phantastik in dem Magazin DAEDALOS (herausgegeben mit Michael Siefener) einen Platz ein.
Krankheitsbedingt mußte Hubert Katzmarz das ehrgeizige Projekt schließlich aufgeben; den Verlag hatte er schon 1996 geschlossen. Er widmete sich nun, soweit seine Gesundheit es zuließ, wieder ganz der eigenen Literatur. Nach seinem Tod hinterließ er ein umfangreiches Werk, das erst in Teilen veröffentlicht ist.
Hubert Katzmarz war verheiratet mit Ellen Norten, die er bereits 1974 kennengelernt hatte.